|

Das Team von Akzente, Katja Mundszinger, Karlheinz Kluge, Christa Peiseler und Elke Schwörer
am Büchertisch zum "Europäischen Übersetzerpreis Offenburg" , der am 13.Mai 2012 im Salmen an
Christina Viragh für ihre Übersetzung der "Parallelgeschichten " von Peter Nadas übergeben wurde. |
|
Freitag, 13. April, 20 Uhr
/Lesung und Gespräch mit der Lyrikerin Nora - Eugenie Gomringer. Moderation José F. A. Oliver/
Auszug aus der "Badischen Zeitung" vom 17.04.12
...Zwinkernde Lider werden schwer. Plötzlich war sie da. Nora- Eugenie Gomringer. Und in der brechend vollen Offenburger Buchhandlung Akzente von Christa Peiseler füllte ihr erster gesprochener Text "Herkunftsalphabet" den Raum weit über seine Grenzen aus. Gekommen war sie aus Bamberg, wo sie das Künstlerhaus Villa Concordia des Bayrischen Staates leitet. Ihre literarische Herkunft führte am Freitag in Offenburg auf Spuren, nach denen der Hausacher Dichter José F.A.Oliver für das Publikum behutsam das Lot ins Gespräch warf.
" Ich bin das alles, und natürlich auch nicht" sagt die Dichterin, die bekennend furchtlos mit dem Ich umzugehen weiß. Wenn sie spricht, ihre Texte raunt, flüstert, Worte an ihren Lippen entlanglaufen lässt, ihnen in die Stille ein Augenrollen, ein Lächeln hinterherschickt, dann ist ihr Ich ganz stark, fesselt bis in die letzte Reihe, wo fast immer ein spiegelnder Nebensinn sich staut und dann lachend aufsteigt oder in eine Untiefe ganz neuen Klangs versinkt Ihre Sprechtexte haben Klang und wahrlich Rhythmus. Sie heizen auf bis Nora Gomringer das Druckventil öffnet, bis man spürt woher der Wind weht...
...In unverhüllter Schönheit findet sie in ihren Gedichten auch Worte, die dann ganz sich ohne Sprechkunst, ganz im Puls und ganz sich selbst sprechen....
|
|
Dienstag, 17. April, 20 Uhr
/Lesung und Gespräch mit der Autorin Judith Schalansky. Sie liest aus ihrem Roman "Der Hals der Giraffe"./
Auszug aus dem "Offenburger Tageblatt" vom 19.4.12
Autorenlesungen dienen vor allem dem "Besichtigen" des Autors. Dass man ein Buch durch das Vorlesen besser verstehen lernt, ist eher ein Glücksfall. Einen solchen bescherte Judith Schalansky mit ihrer "Wortspiel"- Lesung...
...Frau Schalansky las den Anfang ihres Romans am Dienstagabend in der ausverkauften Buchhandlung "Akzente", und der Tonfall ihrer Stimme machte die gelangweilte Überheblichkeit dieser Frau so schön verständlich, dass es keiner Erzählkommentare bedurfte. Sie habe lange gefeilt an Erzählhaltung und Sprache, als sie merkte, dass zwar die Innenperspektive sinnvoll war, aber keine Ich- Erzählerin, dass Wortwahl und Satzbau dem Charakter dieser Frau genau entsprechen müssen...
... Die studierte Kunsthistorikerin designt ihre Bücher komplett selbst: Schrift, Satz, Einband, alles muss stimmen, und notfalls formuliert sie den Umbruch zuliebe einen Abschnitt neu. Sie denke in Büchern, gesteht sie, schon beim Schreiben erfolge eine Rückkoppelung von der Gestaltung her. Inhalt und Form entstehen parallel.Wenn man den Leineneinband ihres Buches anfasse, mache er etwas mit einem - und genau das erhofft sie sich auch von der Wirkung ihrer Figur auf den Leser...
|
|
Donnerstag, 19. April, 20 Uhr
/Lesung und Gespräch mit Odile Kennel. Sie stellt ihren Roman "Was Ida sagt" vor./
Auszug aus dem "Offenburger Tageblatt" vom 21.04.12
Das Dunkle im Menschen verstehen. Die vorletzte Veranstaltung der Offenburger Literaturtage 2012 am Donnerstag berührte die Besucher. Odile Kennel las in der Buchhandlung Akzente aus ihrem Roman "Was Ida sagt" die Geschichte einer Familie in der Normandie aus der Sicht dreier seelisch verletzter Frauen." Nichts hat Louise gedacht", so beginnt der Roman, der auf seinen 316 Seiten nur wenig Handlung schildert. Und dennoch war am Donnerstag in der Offenburger Buchhandlung Akzente kaum ein Laut zu hören, als Odile Kennel aus ihrem zweiten Roman vorlas. Vergangenheitsbewältigung - oder sollte es nicht besser Vergangenheitsüberwältigung heißen fragt sich die Berliner Studentin Louise, als sie in ihre Heimat zurückkehrt...
...Auf der Beerdigung von Louises Großtante trifft sie dort ihre bis dahin unbekannte Cousine Ida. In einem Gefühl der Vertrautheit fahren sie gemeinsam ans Meer und versuchen, die Geschichte ihrer Familie aus der jeweils eigenen Sicht zu ordnen. Für den Leser beginnt eine Schnitzeljagd, die vor dem Zweiten Weltkrieg beginnt, durch die Besatzungszeit führt und in der Neuzeit endet .Mißgunst und Neid prägen die Großfamilie durch alle Generationen...
...Verstehen, aber nicht entschuldigen, betonte die gebürtige Bühlerin beim anschließenden Gespräch. Anerkennung wurde ihr dafür ausgesprochen, dass sie den Roman enden lässt, bevor die Versöhnung stattfindet.

Lassen Sie sich überraschen. Unsere Veranstaltungen für den Herbst 2012 werden gerade geplant. Näheres in Kürze.
|
|